Sand – die Natur beschenkt uns damit in unerschöpflicher Fülle.
Glas ist geschmolzener Sand. Rein und natürlich kann es der Natur vollständig zurückgegeben oder auch
beliebig oft erneuert werden.
Niemand weiß genau, wann Glas zum ersten Mal erzeugt wurde. Älteste Funde reichen bis 7000 v. Chr.
zurück. Man weiß nur, dass die älteste Glasherstellung mit der Töpferei verbunden ist. Ein Zufallsprodukt,
das durch die Verbindung von kalkhaltigem Sand und Natron durch zu starkes Erhitzen der Töpferöfen
als farbige Glasur auf den Keramiken entstand. Erst 1500 v. Chr. gelang es, Glas unabhängig von der
keramischen Unterlage zu produzieren.
Die Härte, Beständigkeit und Farbe des Glases haben den schöpferischen Geist des Menschen angeregt
wie kein anderes Material. Kein anderer Werkstoff ist seit so langer Zeit eng mit unserer Kultur verknüpft
wie Glas. Rein und zeitlos, dauerhaft und schön, hat Glas seit jeher den Menschen begleitet und sein
Leben entscheidend bereichert.
Wir beherrschen die Kunst, aus Sand und verschiedenen Zuschlagstoffen ein hochwertiges Glas zu
schmelzen. Unsere Schmelzöfen haben eine Temperatur von mehr als 1500 °C. Analog zur Aggressivität
des Glases halten unsere Schmelzwannen drei bis fünf Jahre. Danach werden sie erneuert.
Während des Schmelzprozesses reagieren die Rohstoffe und zersetzen sich zur Glasschmelze, die sich
nahezu vollkommen vermischt und entgast. Das Glas, so flüssig wie Honig, fließt geläutert durch einen
Bodenkanal – den Durchlass – aus der Schmelzwanne in die Arbeitswanne. Hier kühlt es auf etwa 1200 °C
ab und wird zähflüssig. Jetzt können die Glasmacher ihre Arbeit beginnen.
Eine Spezialität der GLASHÜTTE LIMBURG ist das dreischichtige opalüberfangene Beleuchtungsglas.
Der erste Schritt in der Herstellung dieses wertvollen Glases besteht in dem Entnehmen des heißen
zähflüssigen Glases aus der Kristallglaswanne. Der Kölbelmacher stößt hierzu die Glasmacherpfeife gezielt
etwa 2 - 3 cm in das Glasbad. Bei gleichzeitigen Drehbewegungen wickelt er eine bestimmte Menge
zähflüssigen Glases um den Pfeifennabel. Die Pfeife wird vom Glasbad abgezogen, wodurch die Trennung
des ersten Glaspostens vom Glasbad erfolgt ist.
Diese etwas unförmige Glasmasse wird auf einer Wälzplatte durch Drehbewegungen bei gleichzeitigem
Andrücken rotationssymmetrisch um die Pfeifenachse geglättet, damit bei der späteren Bearbeitung keine
ungleichen Wandstärken entstehen. Um diesen massiven zähen Glasposten zum Kölbel aufzublasen, wird
etwas Luft in die Pfeife gepresst und das Pfeifenende sofort mit dem Daumen verschlossen. Die sich
erwärmende Luft dehnt sich aus, kann aber nicht entweichen und drückt in das weiche plastische Glas.
Durch leichtes Nachblasen mit dem Mund vergrößert sich der Rohling, vermindert seine Wandstärke,
kühlt rasch auf etwa 600 °C ab und erstarrt. Während der Abkühlungsphase wird die Pfeife mit dem
aufgebrachten Kölbel vom Kölbelträger zur benachbarten Opalwanne getragen. An der Opalwanne
übernimmt der »Überfänger« die Pfeife mit dem Kölbel. Mit großem Geschick stößt er erneut die Pfeife mit
dem Kölbel einige Zentimeter in das Opalglas.
Bei ständiger Drehbewegung »wickelt« er das Opalglas um das Kristallglaskölbel und achtet auf die
gleichmäßige Glasverteilung. Bei schneller werdender Drehbewegung zieht er die Pfeife aus dem Glasbad,
reißt gleichzeitig den Glasfaden ab und wulgert das überfangene Kölbel in einem nassen Holz löffel zu
einem gleichmäßigen runden Gebilde. Bei dem hier stattfindenden Arbeitsschritt durchläuft das Glas den
Temperaturbereich von 840 °C und läuft weiß aus. Behutsam, die Pfeife drehend, trägt der Kölbelträger
diese samt Glas zurück zur Kristallglaswanne.
Nach einer kurzen Abkühlungsphase kann er das »Halbzeug« jetzt dem Glasmacher übergeben. Dieser muss
nun, entsprechend der vorgegebenen Glasform, die endgültige Glasmenge der Wanne entnehmen. Je nach
Größe der Glasform sind das 2 -15 kg Glas. Das vorgegebene Gewicht und die Glasverteilung auf dem Kölbel
müssen hierbei genau beachtet werden. Zu viel Glas führt zu Problemen in der Wandstärke, zu wenig Glas
beeinträchtigt die Stabilität des Glases.
Bei quadratischen Grundrissen des Glases oder bei Unsymmetrien der Form ist eine ganz besondere
Präzision bei der Glasentnahme gefordert.
Der entnommene Glasposten wird erneut in einem viel größeren nassen Holzlöffel gewulgert, also
vergleichmäßigt und entsprechend der endgültigen Glasform »gestellt«. In diesem Augenblick sind
handwerkliches Geschick und höchste Konzentration gefordert, da für diesen Vorgang nur wenige
Sekunden Zeit zur Verfügung stehen.
Das heiße, noch verformbare Glas wird in die Eisenform eingebracht, die Form durch den Formenhalter
geschlossen und verriegelt. Gleichzeitig bläst der Glasmacher mit seinem Atem oder mit Druckluft das
Glas aus. Durch die folgende Berührung des Glases mit der Wandung der gußeisernen Form kühlt es in
kurzer Zeit auf etwa 600 °C ab und erstarrt. Die Form wird entriegelt und das Glas, an der Pfeife hängend,
entnommen.
Um nun Glas und Pfeife voneinander zu trennen, werden mit Hilfe eines hölzernen Stieles einige
Wassertropfen auf die Nahtstelle Glas-Metall geträufelt. An der Tropfstelle schreckt das Wasser das heiße
Glas mit kräftigem Zischen ab. Es bilden sich schlagartig kleine Risse in der Glasoberfläche.
Diese sind ausreichend, um das Glas in diesem Bereich durch einen leichten Schlag auf die
Glasmacherpfeife definiert abzutrennen.
Damit sind Herstellung und Formgebung des Rohglases abgeschlossen.
Die GLASHÜTTE LIMBURG stellt höchste Ansprüche an die Qualität der gefertigten Gläser und Leuchten.
Nach zertifizierten Verfahren werden alle Produkte in den verschiedenen Herstellungsphasen geprüft und
überwacht - Glas ist jedoch ein natürlicher Werkstoff: kleine Abweichungen in Abmessungen, Glasdicke oder
vereinzelte Luftbläschen sind ein Zeichen handwerklicher Qualität und machen das Glas zu einem
unverwechselbaren Einzelstück.